Ein Wochenende in Zermatt

Ein Winter-Wochenende in Zermatt – was es für Nicht-Skifahrer wie uns in 48 Stunden zu entdecken gibt. Von A wie Alpenpanorama bis Z wie Zermatlantis.

Schon bevor wir überhaupt in der Schweiz angekommen waren, wusste ich: Ich muss nach Zermatt. Zu oft war ich in Reiseführern on- und offline über Bilder des kleinen Städtchens im Tal unterhalb des Matterhorns gestolpert.
Und was mich so begeistert, kann für Bertal ja gar nicht schlecht sein, dachte ich mir, und buchte kurzerhand eine kleine Unterkunft für ein Wochenende im Februar. Fertig war das Weihnachtsgeschenk. Die Wartezeit bis es endlich losgehen sollte vertrieben wir uns mit Youtube-Videos und Dokumentationen über die Erstbesteigung des Matterhorns.

Wenn ihr auch einmal nach Zermatt möchtet, findet ihr viele Infos rund um eure Reise am Ende dieses Blogeintrags.

Samstag: Tag 1 unseres Wochenendes in Zermatt

Als es im Februar dann endlich soweit war, stiegen wir um 7.40 in Visp in den Zug. Nur noch eine Stunde Zugfahrt trennte uns von unserem Ziel und einem Wochenende in Zermatt. Übrigens: In ganz Zermatt sind Autos verboten, Einheimische und Touristen bewegen sich zu Fuß, mit Kutschen oder kleinen Elektroautos fort. Es ist also alles andere als ungewöhnlich, mit dem Zug in die kleine Stadt zu reisen.

Am Bahnhof angekommen, erwartete uns klirrende Kälte und eine lebendige Stadt voller Skifahrer. Da wir unsere Unterkunft erst ab 15 Uhr beziehen konnten, schlossen wir unseren Backpack unterhalb des Hauptbahnhofes ein. Hier habt ihr die Möglichkeit, unkompliziert ein Schließfach ab 7 CHF für 24 Std. anzumieten.

Danach ging es für uns hinein ins – buchstäblich – bunte Treiben im Ort. Wir spazierten durch die Straßen und fotografierten das Matterhorn aus jedem nur erdenklichen Winkel. Der strahlend blaue Himmel bot eine perfekte Sicht auf den Berg, sodass wir einen Großteil unserer Zeit mit fotografieren verbrachten.

Aber wir waren ja eigentlich nicht nur zum Fotos machen da, also schlugen wir bald den ersten Wanderweg in Richtung Winkelmatten ein, den wir aber recht schnell wieder verließen. Wir glaubten, am Hang den idealen Fotospot gefunden zu haben, von dem aus wir den perfekten Blick auf Stadt und Matterhorn haben würden. Zum Wandern bliebe ja auch morgen noch ausreichend Zeit.

chalet hotel schönegg zermatt


Unsere Vermutung stimmte und zu unserem Glück liefen wir nicht nur direkt auf den nächsten View Point, sondern auch auf die Terrasse des Chalet Hotels Schönegg zu. Wir bestellten zwei Bier, es war schließlich schon 11 Uhr, und verbrachten 2 Stunden in der strahlenden Mittagssonne. Der Blick von der Terrasse war wirklich sehr sehr schön, das Bier ganz okay und die Mitarbeiter zuvorkommend und nett.

Nach dem Viewpoint ist vor dem Viewpoint

Nachdem wir eine kleine Lunchpause eingelegt hatten, bezogen wir unsere Unterkunft. Die gehörte zu den eher preiswerten Airbnbs für unseren Reisezeitraum und gefiel uns trotz der Lage im Keller wirklich gut.

Die Lage in der Stadt war perfekt und wir können das Alpenstudio von Sonia und Bruno wirklich nur empfehlen. Es gab sogar eine kleine Kochnische, in der wir uns etwas hätten kochen können, wenn wir nichts Veganes in Zermatt gefunden hätten.

Anschließend machten wir uns wieder auf und folgten dem nächstgelegenen Wanderweg. Der brachte uns zu einem der wohl schönsten Aussichtspunkte, die es um Zermatt geben muss – und das nur knapp 15 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Klar, dass wir hier blieben und uns den Sonnenuntergang ansehen mussten.

google maps showing Zermatt Matterhorn Viewpoint
Google Maps: Hier findet ihr den Viewpoint – direkt am kleinen Weg „Mürini“ gelegen

Schon bald waren wir nicht mehr allein und es sammelte sich eine Hand voll Leute, die gemeinsam mit uns darauf warteten, dass sich der Himmel rosa verfärbte und die Lichter in der Stadt Zermatt in ein reales Winterwunderland verwandeln würden.

Gegen 18.30 Uhr war es dann so dunkel und so kalt, dass wir uns dazu entschlossen, den Tag langsam ausklingen zu lassen. Nach einem wirklich leckeren Abendbrot in der Walliserstube fielen wir kaputt in unser Bett.

Sonntag: Tag 2 unseres Wochenendes in Zermatt

Unser nächster Morgen startete um 5 Uhr. Natürlich wollten wir uns auch den Sonnenaufgang an unserem neu entdeckten Aussichtspunkt nicht entgehen lassen. Dieses Mal gesellte sich nur ein Fotograf zu uns, der wie wir darauf hoffte, den von der Sonne angestrahlten Gipfel des Matterhorns zu Gesicht zu bekommen.

Auch wenn wir dieses Mal kein Glück hatten und einige Wolken sich am Himmel entlangschoben, war es trotzdem ein toller Sonnenaufgang, für den es sich gelohnt hat, so früh aufzustehen.

girl standing in front of snowy village zermatt

Anschließend packten wir unsere Sachen zusammen, schlossen sie wieder im Bahnhof ein und machten uns auf den Weg auf den Gornergrat. Dank unseres Halbtax-Abos (vergleichbar mit der Bahncard 50 in Deutschland) zahlten wir pro Person nur 40 CHF. Ansonsten ist die Hin- und Rückfahrt mit insgesamt 80 CHF pro Person nicht wirklich ein Schnapper. Aber nicht umsonst gehört die Fahrt mit der Gornergrat-Bahn zu den Dingen, von denen alle behaupten, man müsse sie einmal im Leben erlebt haben. Neben tollen Landschaften konnten wir sogar ein Reh im Wald entdecken und unzähligen Skifahrern bei der Abfahrt zuschauen.

Ganz oben angekommen erwartete uns eine einmalige Aussicht, die trotz des inzwischen größtenteils wolkenverhangenen Himmels wirklich beeindruckend war. Wir verbrachten gute zwei Stunden auf der Aussichtsplattform, von der man eine Vielzahl der über 4000 Meter hohen Berge rund um Zermatt sehen kann.

Danach fuhren wir eine Station mit der Bahn bis nach Rotenboden. Mit einem Ticket für eine einfache Fahrt, bzw. eine Hin- und Rückfahrt, könnt ihr entlang der Fahrroute problemlos aus- und wieder einsteigen, ihr müsst also nicht mehrere Tickets lösen. Nur in die entgegengesetzte Fahrtrichtung kommt ihr nicht wieder zurück.

boy on sled in snow


In Rotenboden fiel uns als erstes der Schlittenverleih ins Auge. Für jeweils 10 CHF liehen wir uns einen der Schlitten, die wir an der nächsten Bahnstation, dem Riffelberg, wieder zurückgeben konnten. Auf der 1,5 km langen Schlittelbahn legten wir 234 Höhenmeter zurück, wurden mehrfach von rasanten Kids überholt und verloren nicht nur einmal den Kontakt zu unserem Schlitten.
Tipp: Wer unendlich Schlitten fahren möchte, für den gibt es ein extra Schlittelticket für die Gornergratbahn, mit dem ihr einen Tag lang unbegrenzt von Riffelberg nach Rotenboden fahren könnt.

Winter in Zermatt: perfekt für einen Museumsbesuch

Wieder unten angekommen, legten wir eine kleine Lunchpause ein. Bertal fand danach den leckersten Crêpe seines Lebens (mit Toblerone!), bevor wir gemeinsam die Hinterdorfstraße entdecken. Die kleine Gasse steckt voller hübscher alter Häuser, teilweise aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Danach ging es dann direkt ins Matterhorn Museum „Zermatlantis“, das inmitten der Stadt auf dem Kirchplatz liegt. Für 10, bzw. 8 CHF (für Studenten) erwarteten wir eine recht kleine Ausstellung, doch wurden eines Besseren belehrt: Einmal die Treppenstufen ins Museum hinabgestiegen, erwarteten uns 600 qm Geschichte rund um Zermatt und das Matterhorn. 6 Kurzfilme, eine Menge spannender Geschichten und eine liebevoll gestaltete Aufmachung mit einer Fülle an Informationen machten das Museum für mich zu einem absoluten Highlight der Reise, in dem ich Stunden hätte verbringen können. Leider öffnet das Museum nur von 15 – 18 Uhr, dafür aber täglich. Wer sich fürs Bergsteigen und das Leben in einem Alpendorf interessiert, ist hier genau richtig.

Nach einem abschließenden Bier machten wir uns um 19.40 Uhr sehr müde, aber noch viel glücklicher wieder auf den Weg in Richtung Visp.

Fazit: Was wir euch an einem Winter-Wochenende in Zermatt empfehlen können:

  • Auf den kleinen Wegen in und um Zermatt wandern
  • Die Stadt und ihre kleinen Gassen erkunden
  • Den Sonnenauf- bzw. Untergang vom Viewpoint aus anschauen
  • Eine Fahrt mit der Gornergratbahn
  • Schlittenfahren auf der höchsten Rodelbahn der Alpen von Rotenboden nach Riffelberg
  • Das Matterhorn Museum „Zermatlantis“ besuchen
  • Geschichte live entdecken in der Hinterdorfstraße
  • Walliser und Schweizer Spezialitäten in einem der vielen Restaurants entdecken

Wenn ihr Fragen oder Tipps rund um Zermatt habt, schreibt uns doch gern! Entweder unter kontakt@sofarawayfromberlin.de oder hinterlasst einen Kommentar unter diesem Beitrag.

FAQ: euer Wochenende in Zermatt

Wo liegt Zermatt?

Zermatt liegt im Süden der Schweiz, nahe der Grenze zu Italien. Bekannt geworden ist es vor allem durch seine Nähe zum Matterhorn, dem Berg, den ihr unter anderem von der Toblerone-Verpackung kennt.

Wie erreiche ich Zermatt?

Zermatt ist komplett autofrei – das bedeutet, ihr reist am besten mit dem Zug an. Der fährt sehr regelmäßig, Fahrpläne findet ihr unter www.sbb.de.
Vor Ort könnt ihr euch sehr gut zu Fuß bewegen oder in eines der kleinen Elektrotaxis steigen.

Wer dennoch mit dem Auto anreisen möchte, kann bis in den Nachbarort Täsch fahren und eine Station mit dem Zug fahren.

Mit welcher Währung zahle ich in Zermatt?

In Zermatt zahlt ihr, wie in der gesamten Schweiz, mit Schweizer Franken. Der Umrechnungskurs unterliegt immer wieder Schwankungen, im Schnitt entspricht 1 Euro aber ca. 0,92 CHF.

Wie zahle ich in Zermatt?

In den meisten Einrichtungen, so zum Beispiel auch dem Schlittenverleih, könnt ihr mit Karte zahlen. Es schadet jedoch nicht, ein paar Franken in der Tasche zu haben. Die könnt ihr an einem der vielen Bankautomaten abheben. Wir nutzen dazu unsere kostenlose DKB-Kreditkarte, mit der wir überall auf der Welt kostenlos abheben können.

Tipp: Beachtet bitte die individuellen Gebühren eurer Bank und hebt keine Beträge in Euro ab, da dafür zusätzliche Kosten anfallen.

Kann ich mein Gepäck einschließen?

Ja, der Bahnhof bietet eine ganze Reihe von Schließfächern, die gut genutzt werden und ab einem Preis von 7 CHF zu bekommen sind.

Gibt es einen Rabatt für die Züge nach/in Zermatt?

Für die Gornergratbahn gibt es leider nur einen Rabatt, wenn ihr über bestimmte Schweizer Abos verfügt.
Ihr könnt aber bei der Anreise sparen, wenn ihr auf der Website der SBB nach Verbindungen mit einem „%“ Ausschau haltet. Diese zuggebundenen Sparbillets sind sogar meist nicht einmal halb so teuer wie die regulären Tickets.

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2 Kommentare

  1. Damla Toraman
    Februar 29, 2020 / 10:07 am

    einfach genialll👍😘

    • Miriam
      Autor
      Februar 29, 2020 / 10:18 am

      Danke dir 🙂 :*

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